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 Stumm blickst du, altersgrauer Hünenstein, Vom Heidehügel fern ins Land hinein. Die Zeit geht dröhnend weiter ihren Gang Still ruhst und fest du an des Hügels Hang. Jahrtausende wohl lagst du hier im Sand, Eh' noch ein spähend Menschenaug dich fand. 0 könntest reden du mit Menschenmund, Welch' alte Mären gäbst der Welt du kund: Von jenem Volk, das nur die Sage kennt, Und das geheimnisvoll sie »Hünen" nennt; Von jenem, das hier stolz das Streitbeil schwang, Bis es nach Welschland trieb sein Wanderdrang; Von jenen Horden fern vom Nordermeer, Die hier zu Paaren trieb der Sachsen Speer; Von jenem "Schlächter", der mit blutger Hand Das freie Sachsenvolk in Fessel band. Jahrtausende ziehn in das Land hinein, Wie mag's nach abertausend Jahren sein! Die Welt geht lärmend ihren Gang, Still ruhst und fest du an des Hügels Hang. Ob Lenz- ob Herbststurm durch die Fuhren fegt, Du alter grauer Stein bleibst unbewegt. Wir Eintagsfliegen schwinden mit der Zeit, Du bist und bleibst ein Bild der Ewigkeit. Wir sorgen um das »Morgen" bang und zag, Und dir ist ein Jahrtausend wie ein Tag. G. Müller Suderburg 1873
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